ABIS und der Sahel
Burkina Faso
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Als Tourist unterwegs
Reiseberichte, Infos und Empfehlungen

Auf der Glut des Feuers, kocht bittersüßer Grüner Tee.
Drei Gläser werden dem Gast gereicht;
Das Erste so bitter wie die Wahrheit,
Das Zweite so stark wie die Liebe,
Das Dritte so Süß wie der Tod.

Sprichwort der Touareg

Den Tourist führt es nicht sehr weit in den Sahel hinein – Dorn- und Strauchsavanne, gelegentlich Akazienbäume, Sanddünen in Oursi und auf dem Weg nach Tin-Akoff. Während der Regenzeit bietet sich ein völlig anderes Landschaftsbild. Die Steppe ist auf einmal mit grünen Wiesen bedeckt, Flüsse aus denen sich große Wasserflächen bilden wie das Vogelschutzgebiet in Oursi, nördlich von Gorom-Gorom sind Anziehungspunkte von aber tausenden von Vögeln und Rinderherden.
ABIS ist seit je her von dieser Landschaft fasziniert – Darüber hinaus aber, sind es die Leute die dort leben die uns so viel über ihr Land, ihre Gebräuche und ihre Träume erzählen die uns immer wieder mit ihrem ganz besonderen Humor aufs neue in den Bann ziehen und vieles über uns selbst erfahren lässt. Ein Sprichwort besagt: „Wenn du nicht Studiert hast, so reise“.

Der Sahel im Allgemeinen, ist eine wenig erschlossene Region die durch immer wiederkehrende Trockenzeiten das Leben dort so hart machen – Unsere Projekte richten sich daher auch zur Natur, indem wir Bäume pflanzen und Gemüsegärten anlegen.

ABIS Projekte finden Hauptsächlich in Gorom-Gorom und in dem etwas nördlicheren Tin-Akoff statt.



Der Sahel

Die Sahelzone, die teils auch nur Sahel genannt wird, ist die in Afrika liegende langgestreckte semiaride Übergangszone vom eigentlichen, sich nördlich anschließenden Wüstengebiet der Sahara bis zur Trocken- bzw. Feuchtsavanne im Süden.

In diesem Gebiet gibt es in Abständen von meist nur wenigen Jahren schwerwiegende Dürren, die zu Hungersnöten führen. Im Jahr 2007 kam es hingegen zu Überschwemmungen in weiten Teilen der Sahelzone, die Millionen Menschen obdachlos machten.[1]

Sahel heißt im Arabischen Ufer oder Küste und bezieht sich darauf, dass die spärliche Vegetation des Sahel dem Saharadurchquerer wie die Küste des Sandmeeres vorkommt und dass die durch die Wüste gewanderten Nomaden den Sahel mit seiner üppigen Vegetation als Ufer sehen bzw. gesehen haben.


Lage und Ausdehnung

Während manchmal nur die westlicheren Staaten Afrikas zum Sahel gezählt werden, bezeichnen die meisten Wissenschaftler und Forscher auf meteorologischer und vegetationsgeographischer Basis zumeist den langgestreckten und recht breiten Gürtel vom Atlantik bis zum Roten Meer und einen sich daran anschließenden schmalen Streifen bis zum Indischen Ozean als Sahelzone.

Misst man dabei die Strecke von Dakar (Senegal) bis zum Roten Meer (Eritrea), so kommt man auf etwa 6.000 km Länge – weiter bis zum Horn von Afrika (Somalia) sind es insgesamt 7.500 km Länge. Dabei umfasst das Gebiet einen Streifen mit einer Breite von 150 km (im Osten im Bereich des Roten Meeres) bis 800 km (im Westen bei Dakar), wobei sich die Wüste in südliche Richtung jährlich um 7-10 km vergrößert.[2]

Somit liegen von West nach Ost gesehen diese Staaten, von denen viele zu den ärmsten der Erde zählen, im Sahel oder sie haben Anteil daran.

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Ackerbau

Die Bauern im Sahel betreiben vorwiegend Hirseanbau. Aber auch Maniok, Jams und Bataten werden für Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgungswirtschaft) angebaut. Mit den Jahren verlagerten sie ihre Ackerflächen wegen der enormen Bevölkerungszunahme zunehmend in den Norden, wobei sie die Agronomische Trockengrenze überschritten und nun eine Bewässerung der Felder nötig ist. Ein verbreitetes System zur Wiederinstandsetzung degradierter Trockengebiete und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit ist das Zaï.


Viehzucht

Der zweite wichtige Aspekt der Landwirtschaft in der Sahelzone ist die Viehzucht. Die Menschen vergrößern im Zuge des enormen Bevölkerungswachstums ihre Rinder- und Ziegenherden. Hinzu kommt, dass ihnen Quantität wichtiger ist als Qualität. Dadurch kommt es dazu, dass die vielen Tiere die Pflanzen samt der Wurzel fressen und der ohnehin schon harte, trockene Boden von den Tieren festgetreten und verdichtet wird. Dies verstärkt die Desertifikation der Böden. Außerdem stellten die Bauern auf Grund von niederschlagsreichen Perioden, Brunnenbau und Entwicklungshilfe die Weidewanderungen ein, d. h., dass man nicht mehr mit dem Niederschlag mit wanderte. All diese Faktoren führen letztendlich zu einer starken Überweidung, wodurch sich Pflanzen, weil sie immerzu abgefressen werden, nicht mehr regenerieren können, der Boden durch den Urin und Kot der Tiere versauert und immer mehr Bäume absterben, weil die Ziegen deren Rinde anknabbern.

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Klima

Abweichung der Sahelzonen-Niederschlagsmenge vom Mittelwert des 20. Jahrhunderts, zwischen 1900 und heute.

Im Norden herrscht trocken-heißes Klima vor, im Süden teils feucht-heißes. Im Sahel fallen die geringen jahresdurchschnittlichen Niederschläge sehr unterschiedlich aus:

Norden - Wüste und Halbwüste - pro Jahr bis maximal 20 mm (im langjährigen Mittel)
Mitte - Dorn-, Gras- und Strauchsavanne - pro Jahr maximal 100 mm
Süden - Trockensavanne - pro Jahr maximal 500 mm, vor allem während der zwei- bis viermonatigen Monsun-Zeit (Ende Juni bis September)

In den 1970er und frühen 1980er Jahren fielen diese Werte, sodass sich die Sahara immer weiter in Richtung Sahel ausbreitete (siehe Desertifikation). Mitte der 80er drehte sich dieser Trend, seitdem nehmen die Niederschlagsmengen zu. Im Vergleich zu 1980 ist die Sahelzone heute deutlich grüner.[3]

Die Sahelzone liegt in der Zone des tropischen Wechselklimas, das heißt es findet ein Wechsel von Trockenzeit und Regenzeit statt. Im Sahel ist dies jedoch keinesfalls ein regelmäßiger Wechsel. Hier überwiegt eindeutig die Trockenzeit mit bis zu 10 Aridmonaten (Trockenmonaten). Lang andauernde Dürreperioden wechseln sich mit nur kurzen Regenperioden ab. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt über 20 °C, wodurch eine hohe Verdunstung in dem Gebiet des Sahels stattfindet.

Passatzirkulation und Monsunzirkulation spielen eine wichtige Rolle im Sahel.[4]

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Quellen (Wikipedia.org)

[1] heute.de/ZDF: Flut bedroht Millionen Afrikaner
[2]Umweltlexikon - Wüste
[3]L. Olsson, L. Eklundh und J. Ardö (2005): "A recent greening of the Sahel—trends, patterns and potential causes", in: Journal of Arid Environments Vol. 63 (3), S. 556-566. doi:10.1016/j.jaridenv.2005.03.008
[4]Matthias Forkel: Die atmosphärische Zirkulation der Tropen und Subtropen - Die Passat- und Monsunzirkulation. 2. März 2007

Siehe auch
Hungersnot in der Sahelzone (1970er und 1980er)
Gemeinschaft der Sahel-Saharanischen Staaten

Weblinks
Natur- und Kulturerbe der Sahelstaaten
Aufforstungsprojekt in der Sahelzone: Ein grüner Gürtel gegen die sandige Wüste

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© 2010 | A.B.I.S Humanitaire e.V. - Association Burkinabé Idi du Sahel - Stephanie Ursulet
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